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Kuhdiskussion 7a

Kuhdiskussion

Unter dem Thema „Kuhdiskussion“ fand kürzlich ein Erfahrungsaustausch und Weiterbildung in der Kuhbeurteilung rund um das Limousinrind auf dem Betrieb der Familie Michael Jobst in Steinau-Klesberg statt. Hierzu waren zwei erfahrene Züchterkollegen Robert Duhr und Guy Majerus aus Luxemburg eingeladen worden. Unter Berücksichtigung des französischen Bewertungssystems welches auch in Luxemburg angewendet wird und aus der Sicht des Züchterauges der bekannten Züchter wurden über die züchterischen Vor- und Nachteile mehrere Kühe und Rinder gesprochen und diskutiert.

Wie Guy Majerus berichtete, wird in Luxemburg und Frankreich von jeder Herdbuchkuh ein Bewertungsprotokoll angefertigt welches über 20 Einzelmerkmale umfasst. Hierdurch steht wie bei den Milchrindern in Deutschland ein umfangreiches Datenmaterial zur Verfügung welches für die züchterischen Entscheidungen in den Betrieben intensiv genutzt wird. Abwechselnd zeigten die beiden renommierten Züchter an den vorgestellten Tieren, auf welche Merkmale sie besonders viel Wert legen. Von der Seite gesehen sind es eine lange tiefe Rippe sowie eine tiefe Flanke. Die Mittelhand sollte ebenfalls möglichst lang sein (1 cm Mittelhandlänge = 10 kg Lebendgewicht) Viel Tiefe und Breite eines Tieres sind wichtig für eine gute Futteraufnahme. Die Bemuskelung der Keule sollte breit angelegt sein und weit nach unten reichen. Im System wird auch die Rundung der Keule nach hinten von der Seite gesehen bewertet. Eine gute Keulenbemuskelung ist an zwei deutlich sichtbaren Bemuskelungslinien im Keulenbereich zu erkennen. Auch im Schulter– und Lendenbereich ist eine gute Bemuskelung anzustreben. Das Becken sollte möglichst lang und breit sein wobei lang Becken besser zu bewertet sind als breite Becken. Auf genügend breite Sitzbeine und eine leichte Beckenneigung wird auch geachtet. Die im Zuchtziel gewünschte Knochenfeinheit kann man gut an der Stärke des Vorderbeinröhrenknochens erkennen. Die Euter sollten drüsig sein und nicht zu dicke Striche haben. Dünne Striche werden von den Kälbern besser angenommen als dicke Striche. Die Französischen Züchter legen bei ihren Kühen viel Wert auf hohe Milchleistung und gute maternale Eigenschaften.

Das Treffen war von der Familie Jobst bestens vorbereitet und die Tiere präsentierten sich entsprechend gut. Sehr bemerkenswert waren eine Töchtergruppe des in Luxemburg gezogenen Toreadorsohnes Erasmus und ein hervorragender Kälberjahrgang des Siegerbullen des letzten Fleischrindertages in Alsfeld Hannibal PP von Hidalgo.

W. Vackiner

Bilder:

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